Kirgisistan ist ein Land, das zu über 90 Prozent aus Bergen besteht. Hier leben nomadische Familien noch so, wie ihre Vorfahren es seit Jahrtausenden tun. ULU bringt die Produkte dieses Landes nach Europa — nicht als Souvenirs, sondern als Dinge, die man benutzt.
Frag zehn Menschen in Deutschland, wo Kirgisistan liegt. Neun werden raten. Kirgisistan liegt eingeklemmt zwischen China und Kasachstan, durchzogen vom Tian-Shan-Gebirge — den Himmelsbergen — mit Gipfeln über 7.000 Metern, Gletscherseen so klar, dass der Himmel in ihnen zu wohnen scheint.
Es ist ein kleines Land. Sechs Millionen Menschen. Keine Küste. Kein Ölreichtum. Kein Massentourismus. Vielleicht hat es gerade deshalb etwas bewahrt, das anderswo längst verschwunden ist.
Der Tian Shan erstreckt sich über das gesamte Land. Die Gipfel reichen von 1.000 bis über 7.400 Meter. Zwischen den Gebirgsketten liegen weite Hochtäler: das Suusamyr-Tal, das Fergana-Tal, die Ebenen um den Issyk-Kul — den zweitgrössten Bergsee der Welt.
Auf 2.500 bis 3.500 Metern Höhe liegen diese Weiden — üppig, wild, unberührt von Industrie. Die Jailoos sind keine romantische Kulisse. Sie sind ein Wirtschaftssystem. Seit über 3.000 Jahren bewegen sich Hirtenfamilien mit den Jahreszeiten.
Alles, was ein Nomade besitzt, muss transportierbar sein. Leicht genug für ein Pferd. Robust genug für einen Winter. Schön genug, um ein Zuhause zu schaffen, das morgen woanders steht. Aus dieser Notwendigkeit ist eine Ästhetik entstanden, die ULU zutiefst inspiriert.
Auf 3.016 Metern Höhe. Kein Baum. Kein Strommast. Nur Himmel, Gras, Wasser und Stille. Hier oben stehen die Bienenstöcke, deren Honig ULU nach Europa bringt. Son-Kul ist nur wenige Monate im Jahr zugänglich. Die Natur setzt die Grenze.
Rund ein Viertel der Bevölkerung lebt noch teil-nomadisch.
Die kirgisische Jurte (Boz Üi) ist eines der genialsten architektonischen Konzepte. Eine Holzrahmenkonstruktion, umwickelt mit Filzmatten, die in wenigen Stunden auf- und abgebaut werden kann. Jede Jurte ist geschmückt mit Filzteppichen, bestickten Wandbehängen und gewobenen Bändern. Nichts ist Dekoration um der Dekoration willen. Alles hat einen Zweck.
Das längste mündlich überlieferte Gedicht der Welt — über 500.000 Verse, mehr als dreimal so lang wie die Ilias und Odyssee zusammen. Manaschi können stundenlang rezitieren, ohne ein Wort abzulesen. Wissen wird nicht aufgeschrieben, sondern weitergegeben. Von Hand zu Hand. Von Generation zu Generation.
Die Pässe des Tian Shan verbanden China mit Persien, Indien und Europa. Die Filzverarbeitung hat ihre Wurzeln in dieser Handelsgeschichte. Ein Shyrdak-Teppich aus Kirgisistan ist ein Knotenpunkt einer jahrtausendealten Verbindung zwischen Ost und West.
Über 4.000 Pflanzenarten. Schneeleoparden (300-400 Tiere). Marco-Polo-Argali. Steinadler-Jagd (Berkutschi). Wilde Walnusswälder in Arslanbob. Die Esparsette (Onobrychis), deren Blüten den Nektar für ULUs Berghonig liefern.
ULU ist keine Marke, die Kirgisistan als exotische Kulisse benutzt. Unsere Gründerin Jamilia ist dort aufgewachsen. Wolle von den Jailoos. Filz aus den Werkstätten. Honig aus den Hochtälern.
In Bischkek gibt es Coworking-Spaces und Tech-Startups. Junge Kirgisen entdecken traditionelle Techniken neu — nicht aus Nostalgie, sondern als Grundlage für zeitgenössisches Design. ULU sieht sich als Teil einer Brücke: Das Handwerk soll mit einem internationalen Markt verbunden werden — damit es sich lohnt, weiterzumachen.
Wo liegt Kirgisistan genau?
Zentralasien, zwischen China und Kasachstan. Hauptstadt: Bischkek.
Ist Kirgisistan sicher zu bereisen?
Ja. Eines der sichersten Länder Zentralasiens mit wachsender Tourismus-Infrastruktur.
Was bedeutet Tian Shan?
Himmelsberge. 2.500 km lang, bis 7.400 m hoch.
Leben dort wirklich noch Nomaden?
Ja. Rund ein Viertel der Bevölkerung lebt teil-nomadisch. Die Jurte wurde 2014 UNESCO-Kulturerbe.